Kamele, Dünen und Der Bulli im Sandsturm - Sahara 2014

Sahara/Marokko 2014

von Oase zu Oase
von Oase zu Oase

raus aus dem Atlas und ab in die Wüstenregionen..

Die Landschaft wird flacher und sandiger. Auf einer endlos scheinenden Strasse, tauchten am Horizont zwei Menschen wild winkend auf.  Wir konnten am gestikulieren schon erkennen, dass das wahrscheinlich keine Marokkaner sind.  Es herrschte heftiger Wind, der eine Menge Sand mit sich trug. Es standen Tom und Corinne, er aus England, sie aus Belgien,  an der Strasse, die mit Fahrraedern unterwegs waren und bei dem heftigen Wind keine Chance hatten voran zu kommen. Wir beschlossen anzuhalten und den beiden zu helfen . Nun standen wir vor einer logistischen Meisterleistung, die beiden Fahrräder in den vollbepackten Bulli zu räumen. Zudem haben wir eigentlich nur einen  extra-Fahrplatz. Nachdem wir mit mühevoller Arbeit die Fahrräder auf dem Bett verstaut hatten, saß zuerst Leni hinten auf dem Bett zwischen den Rädern, später tauschten wir dann mal. Die beiden waren so dankbar, das wir sie mitgenommen hatten, immerhin waren es 120km. Gemeinsam schraubten wir uns dann von Oase zu Oase, von Dorf zu Dorf. Es tauchten immer größere Palmenoasen auf und immer groessere Landstriche mit einfach nichts, ausser Sand und Geröll. Echt toll!

Wir nahmen die beiden also bis Zagora mit, unterwegs machten wir noch Pause und haben leckeren Pfefferminztee im Kelly-Kettel  gemacht. Kurz nach der Pause, ohje ohje, bemerkten wir das die Motorhitze eindeutig zu hoch war. Die Vorahnung hat sich direkt bestätigt, der gestern gekaufte Keilriemen hat sich verabschiedet. Wir beschlossen also, einen der zu grossen Keilriemen die wir noch aus Imilchil als Reserve hatten, aufzuspannen und schafften es dann bequem und gemütlich (max 50kmh) in die Wuestenstadt Zagora. Dort fuhren wir auch direkt an einer Pizzaria vorbei, über die sich Corinne sehr freute und sie beschlossen, uns dort als dankeschön zum Pizza essen einzuladen. Wir verbrachten einen sehr schoenen Nachmittag miteinander und haben uns riesig über diese super leckere Pizza mitten in der Wüstenstadt gefreut. Danach haben die beiden sich ein Hotel für die Nacht gesucht und wir machten uns auf, einen Schlafplatz ausserhalb der Stadt ausfindig zu machen.

Am nächsten Morgen haben wir uns zeitig auf den Weg gemacht, denn es sollte ins Dünengebiet kurz vor der Algerischen Grenze gehen. Saharafeeling tanken, was wir auch reichlich taten. Und tatsächlich, mächtige Sanddünen und feinster Saharasand. Gleich an der ersten Duene halt gemacht, ist Leni aus dem Bulli gesprungen und mit den Sabberbacken bis auf den Gipfel der Düne gestapft. Ossi hat sich währenddessen mit einem Berber unterhalten, der dort mit seinen Kamelen Geld verdient. Als Leni und die Hunde zurück gekommen sind schien es, als koennten die beiden Schnauzen ihren Augen und Nasen nicht trauen, solche Riesentiere haben sie zuvor noch nicht gesehen. Die Kamele sind super ruhig geblieben und die Hunde konnten ausgiebig schnüffeln, es hat fast so ausgesehen als hätten sie neue Freunde gefunden ;-)). Danach beschlossen wir, nochmal kurz in Zagora Internet zu checken, und siehe da, dort haben wir Tom und Corinne nochmal getroffen. Wir verabschiedenten uns ein zweites Mal, um uns dann auf den Weg machen, das Ziel war Foum Zguid. Am nächsten Morgen trauten wir unseren Augen kaum, es hat tatsaechlich geregent (Jetzt im Hochsommer passiert das nicht so oft). Nicht viel aber immerhin. Unsere Wasserreserven waren erschöpft und wir wollten diese in Foum Zguid auffuellen. In der Stadt saß ein Berber am Strassenrand der Teekannen verkaufte, so eine wollten wir uns schon lange zulegen, da auch wir hier gerne und viel Tee trinken. Der gute Mann  wollte erst 500 DHM, hat sich dann auf 300DHM runterhandeln lassen - aber selbst das war uns für eine sichtlich gut gebrauchte Teekanne zu viel, wir bedankten uns und lehnten freundlich ab. Ca. 20km ausserhalb der Stadt fanden wir dann ein geeignetes Lager für den Tag und die Nacht und beschlossen, mal wieder zu kochen. Es gab Chilli, das dann genüßlich mit Fladenbrot verspeist wurde.

Kurz bevor Ossi mit dem kochen fertig war, war von weitem schon zu erkennen, das ein heftiger Sandsturm aufzieht, der von Sekunde zu Sekunde schneller und näher kam. Da wir im zusammenpacken mittlerweile schon sehr routiniert sind, ging das recht zügig, aber leider nicht zügig genug. Es wurde so heftig dass wir den Bulli sogar umparken mussten und uns hinter einem grossen Steinhügel versteckt haben (bei der Action habe ich meinen geliebten Kelly Kettle überrollt). Der Bulli wankte von rechts nach links und der Sand peitschte auf die Windschutzscheibe, man konnte kaum mehr 2m sehen, sowas haben wir bis jetzt noch nicht erlebt, wahnisnn. Wir machten uns aufgrunddessen einen gemuetlichen Abend im Bulli, selbst die Hunde wollten nicht mehr raus, und hofften das es am nächsten Tag besser sein würde. So war es auch und wir beschlossen, unsere Route entlang der Algerischen Grenze Richtung Tata über Tissint fortzusetzen und diese einzigartige Natur zu genießen. Es ist einfach herrlich hier!

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Kommentare: 3
  • #1

    Kai (Mittwoch, 04 November 2015 18:37)

    wow - war Euer Bulli dann auch sandgestrahlt? Ich stand mit meinem Käfer mal zwischen Kairo und Bahariya im Sandsturm, danach sah der ehemals weiße Käfer so aus: http://imgur.com/i5tKK5g

    VG

    Kai

  • #2

    Ossi (Donnerstag, 05 November 2015 22:04)

    Jupp das hat dem Lack schon deutlich zugesetzt aber so schlim wie bei dir war es nicht.
    Zu diesem Zeitpunkt ist der Krümmer mit Ketten und Draht hochgebunden
    (da 3 Schrauben gebrochen) Die Keilriemenscheibe ist gerissen und angetrieben wird sie von einem viel zugroßen Keilriehmen. Wie lange warst du in Ägypten? Welche Route bist du gefahren?
    LG, Ossi

  • #3

    Kai (Dienstag, 15 Dezember 2015 22:01)

    Mit dem Käfer war ich 6 Monate in Ägypten. Das war allerdings schon 1993. Ich bin über den Balkan angereist, durch Syrien und Jordanien, und dann mit der Fähre nach Sinai (Aqaba-Nuweiba). In Ägypten war ich in Kairo einquartiert und bin so ziemlich alles gefahren, was fahrbar war: Alexandria-Mersa Matruh-Siwa-Baharia, Al-Fayoum, Assuan-Abu Simbel-Kharga-Dakhla-Farafra-Baharia, Hurgada-Mersa Alam (alle Touren jeweil mit Beginn- und Endpunkt Kairo) und auf der Heimfahrt noch ne Runde Sinai.