Marokko/Atlas "Teil 1" im Bulli auf 2700m mit Schal als Keilriemen :D

Traumtanz Rückblick 2014 Bulli Bullrich in Action Marokko/Atlas

Wir starteten gegen 7Uhr am Morgen in Ozoud bei Nils und Jane, organisierten in Azilal noch die noetigesten Dinge fuer den ersten Part der Tour und schlaengelten uns am grossen Stausee kurz hinter Azilal richtung Berge. Von Stunde zu Stunde veraenderte sich die Vegetation und wir schraubten uns von Sekunde zu Sekunde hoeher durch die Serpentinen des VorAtlas. Sanfte Huegel und blauer Himmel boten ein beeindruckendes Panorama. Unser Ziel sollte an diesem Tag Imilchil sein.

Doch wie immer, kommt alles anders als geplant. Da unsere Route keine grosse Nationale Strasse ist sondern ueber Pisten, Geroell und kleine Bergdoerfer fuehrte, trat unser altes Problem mit dem Keilriemen(Er war nun entdgueltig gerissen) und der Motorhitze 30km vor Imilchil mitten in den Bergen auf. Da hier im Hochgebirge nicht so oft Touristen vorbeikommen waren wir natuerlich die Attraktion schlechthin. Es dauerte keine 5 Minuten bis sich eine Traube von ca. 30 Menschen um uns und den Bulli versammelt hatte. Als wir dann noch die Hunde rausliesen rannte erstmal alle panisch weg, aber nach weiteren 20min hatten sie wohl alle gemerkt dass unsere Hunde nicht zum fuerchten sind und alles war wieder beim alten. Natuerlich gab es in diesem Dorf keinen ersatz fuer unseren Keilriemen. Aber war ja nicht so das wir nicht noch einen Ersatzriemen dabei hatten, leider aber ein Stueck zu klein. Ehe wir uns versahen, fing einer der Jungs an den zu kleinen Ersatzriemen zu zerschneiden und versuchte ihn mit einem Stueck des gerissenen Riemens zusammenzukleben (was ja nicht funktionieren kann). Wir liesen ihn basteln, kleben und mit Draht zusammentuedeln und genossen – bis zu einem gewissen Punkt- auch die Gesellschaft der anderen die einen heiden Spass an uns und den Hunden hatten. Nach vier Stunden und zwei fehlgeschlagenen Veruschen hatte der Bastler dann ein provisorium  hergestellt das seiner Meinung nach bis Imilchil halten sollte ;)(Uns war schon klar dass das nicht funktionieren kann) Zum Abschied bekamen wir noch einen Sack Aepfel und Ossi lies dem netten Mann einen Hoodie, der Eifer mit dem er versucht hat uns zu helfen war doch sehr niedlich und nett. 

So machten wir uns also im Schneckentempo wieder auf den Weg. Es war mittlerweile schon spaeter Nachmittag, und nichtmal 2km spaeter war der Riemen wieder weg. Also, nochmal ran, diesmal haben wir es zum Glueck selbst gemacht und eine Konstruktion aus einem Schal und einem stabilen Stueck Gummi gebastelt. Das hat dann weitere 15km gehalten, bis dann in einem Tal die Reibung nicht mehr gross genug war und der Bulli mal wieder gekocht hat.  Wir hatten die Nase voll, es war stockfinster und wir waren drauf und dran die Nacht an Ort und Stelle in einer Schlucht zu verbringen. Doch dann, wie aus dem Nichts kam in der Dunkelheit ein Ziegenhirte angestiefelt und lud uns zu sich nach Hause zum Abendessen ein.

Er lebte mit seiner Familie in einer ganz bescheidenen Lehm-Behausung, im vorraum gab es einen Ofen zum Brotbacken und eine Feuerstelle, nebenan der Wohnraum mit Matten ausgelegt und einem kleinen ofen. Es gab Brot und Ziegenbutter, alles selbstgemacht wie ueblich und dazu einen typisch kraeftigen Pfefferminztee mit viel viel Zucker. Wir unterhielten uns noch eine Weile mit Haenden und Fuessen, die Frau schlug Butter und die Kinder freuten sich sichtlich ueber die Abwechslung mit uns zwei Chaoten. Dann wurde es Zeit zum schlafen, der Hirte brachte uns noch zum Bulli und ging zu seinem Schlafplatz, ein Zelt bei der Ziegenherde um in der Nacht auf die Tiere aufzupassen. Wir waren gerade dabei zu besprechen wie es weiter gehen sollte, da tauchte der Hirte nochmal auf mit einem guten Stueck Kunststoff-Strick, der dann als Keilriemen umfunktioniert wurde. So konnten wir noch aus der Schlucht fahren, bis wir an eine Wasserdurchfahrt kamen die schon in der Nacht so schoen aussah das wir uns das im Tageslicht nicht entgehen lassen wollten. Also endlich, haben wir uns schlafen gelegt. Die ganze Nacht jaulten und streiften Schakale und Wildhunderudel in der naehe des Bullis...

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Kommentare: 5
  • #1

    Rocco (Dienstag, 27 Oktober 2015 22:32)

    Moin Moin, schöner Beitrag freue mich auf den nächsten... Macht weiter so! Grüße aus Hamburg

  • #2

    Ossi (Mittwoch, 28 Oktober 2015 00:02)

    Ahoi Rocco, vielen Dank für die Blumen toll das es dir gefällt :) LG Leni & Ossi

  • #3

    Mario (Mittwoch, 09 Dezember 2015 12:22)

    Wolfsrudel?Glaube kaum das es in Marokko Wölfe gibt,bin mir sogar sehr sicher...
    Gute Reisen wünsche ich euch noch

  • #4

    Kai (Dienstag, 15 Dezember 2015 18:22)

    Ja, es sind die kleinen Teile, die einem das Leben schwer machen können. Ich tendiere dazu, konsequent sowas wie Gas- und Kupplungszug, Unterbrecherkontakt, Keilriemen ;) auf weiteren Reisen auch ein Membran für die Spritpumpe, einen Regler und eine Sammlung an Sicherungen mitzunehmen. Kostet alles fast nichts, nimmt so gut wie keinen Platz weg, doch wenn eins davon kaputt ist, kommt man schlecht weiter.
    Weiterhin gute Fahrt!

  • #5

    Ossi (Sonntag, 20 Dezember 2015 19:40)

    @ Kai,
    Wir hatten eine permanent kaputte (geflickte) Keilriemenscheibe haben also alle 2000 einen Riemen verbraucht.... irgendwann war es mit dem Nachschub schwer ;) Danke dir..

    @Mario
    Ja nein in Marokko gibt es natürlich keine Wölfe! Das jaulen kam von wilden Hunderudeln...